LAB Artists
Im Kaserne LAB realisieren fünf lokale Künstler*innen unterschiedlicher Disziplinen ein Jahr lang ihre Rechercheprojekte. Damit wird das regionale Theater-, Tanz und Musikschaffen nachhaltig gefördert. Teil des Kaserne LAB sind Künstler*innen, die regelmässig an der Kaserne auftreten sowie Künstler*innen von Partnerhäusern der Region, wobei sie ihre Rechercheprojekte auch ausserhalb der Kaserne weiterführen können.
Kontakt: Lilli Schaugg l.schaugg@kaserne-basel.ch
Alessandro Schiattarella
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Nach einer internationalen Karriere als Tänzer bei Ensembles wie dem Béjart Ballet Lausanne, dem Scapino Ballet Rotterdam und dem Ballett Basel entwickelte er eine interdisziplinäre choreografische Praxis, die von einem anti-ableistischen Denken und der Politik des Körpers geprägt ist. Durch die Verbindung von Bewegung, Text, Klang und Partizipation hinterfragt er in seinen Arbeiten konventionelle Vorstellungen von Virtuosität und Schönheit und lotet gleichzeitig Themen wie Zerbrechlichkeit und gegenseitige Abhängigkeit aus.
Seine Performances wurden international in Europa, Afrika, Asien und Südamerika präsentiert. Seit 2024 ist er Mitarbeiter von «disframe by Migros Kulturprozent», einem Schweizer Netzwerk für inklusive darstellende Künste, und trägt zur Sichtbarkeit und Repräsentation von Künstler*innen mit Behinderung im Kultursektor bei.
Golschan Ahmad Haschemi
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Golschan Ahmad Haschemi ist transdisziplinäre Performerin, Dramaturgin und Kulturwissenschaftlerin. Sie schreibt, forscht und lehrt an Schnittstellen künstlerischer, politischer und wissenschaftlicher Diskurse zu Dominanzverhältnissen, machtkritischen Perspektiven und widerständigen Handlung(sstrategi)en sowie zu hegemonialen und counter-hegemonialen Praxen.
Als freischaffende Künstlerin bewegt sie sich zwischen Bühne, politisch-ästhetischer Forschung und gesellschaftlicher Intervention. Sie betrachtet Kunst nicht als abgeschlossenes Werk, sondern als soziale Praxis: als Ort kollektiver Reflexion, als ästhetische Geste des Widerstands, als Möglichkeit, neue Erzählungen zu entwerfen.
In ihren Projekten untersucht Ahmad Haschemi die Wechselwirkungen zwischen Körper, Sprache, Humor und gesellschaftlichen Spannungsverhältnissen. Ihre Praxis ist geprägt von transdisziplinären und meist kollaborativen Projekten, in denen sich Humor, Performativität und politische Fragestellungen verbinden, um gesellschaftliche Dynamiken spürbar und diskutierbar zu machen.
Als Teil von Kollektiven wie donna’s gym, AHH (Ahmad Haschemi/Hourmazdi) und Ahmad Haschemi/Christians versteht sie ihre gemeinsame Praxis als kollektive Denkbewegung, um Beziehungen zwischen Form, Thema und Kontext zu schärfen und künstlerisch zu übersetzen.
Sie lehrte u. a. an der Zürcher Hochschule der Künste und ist Empfängerin des Marie-Zimmermann-Stipendiums für Dramaturgie an der Akademie Schloss Solitude.
Mit Formaten wie der »Toolbox – Perspektiven und Diskurse zu diskriminierungskritischem Theater« für das Festival Theaterformen entwickelt sie diskursive Formate, die Produktions- und Rezeptionsbedingungen thematisieren und ästhetische Praxis mit institutioneller Reflexion zusammenführen.
Kihako Narisawa
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Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen „quite quiet“ (2026), das in Koproduktion mit dem ROXY Birsfelden entstand und dort uraufgeführt wurde, sowie „layer(s)“, das im Rahmen der Forecast Platform unter der Leitung von Hussein Chalayan entwickelt und 2025 im Radialsystem Berlin sowie im Gropius Bau Berlin präsentiert wurde. Zu ihren früheren Arbeiten gehören „OMG – observation / motivation / glamorisation“ (2024), „TRAJECTORY“ (Sadler’s Wells, 2022) und „Have I ever spoken properly?“ (ROXY Birsfelden, 2020). Sie arbeitete mit Aterballetto, der Thoss Tanzkompanie und dem Ballett Basel zusammen und schloss im Januar 2021 einen Master in interdisziplinärem Design an der HGK FHNW ab.
Louisa Raspé
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Ihre zentrale Beschäftigung mit Formen und Formaten öffnet ihre Praxis in unterschiedliche künstlerische Disziplinen hinein. So sind Ausstellungen, Publikationen, Vorträge, Performances, Theaterstücke und Essays entstanden. Sie ist besonders an der poetischen und politischen Dimension von Erinnern und Vergessen, der Verdichtung von Erzählungen und der Peripherie des Blicks interessiert. In ihrem Schreiben setzt sie sich aktuell mit Themen der kolonialen Vergangenheit, materiellem und immateriellem Erbe, und dem damit verbundenen Schweigen in Familien auseinander. Eine in ihren Arbeiten wiederkehrende Bewegung ist die der Verwandlung; als Möglichkeit, als Versuchsanordnung, als Erzählprinzip oder im Kontext der Figur der Hexe und der des Tigers.
Sie hat in verschiedenen Konstellationen als Regisseurin, Dramaturgin und Assistentin u.a. am Roxy Birsfelden, der Kaserne Basel und dem Theater Basel gearbeitet. Sie hat das Rechercheprojekt The Archive is Hosting und das Kollektiv hexen flexen mitbegründet.