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(c) Gregor Brändli

Was wäre, wenn im Menschenrechtsrat der UN die Zivilgesellschaft, nicht Staaten entscheiden würden? Wenn nicht die Mächtigsten, sondern diejenigen das Wort hätten, die am Meisten betroffen sind? Und auch wir? Das ist die Utopie eines People’s Councils.

Der People’s Council ist dokumentarisches Theater, gesellschaftliches Experiment und Protest. Während fünf Tagen üben wir an der Kaserne mit der Basler Zivilgesellschaft politische Teilhabe und mischen uns in die Diskussion um die Basler Pharmaindustrie ein. Denn jeder Mensch hat ein Recht auf Gesundheit und medizinische Versorgung, heisst es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Aber ist die globale Pharmaindustrie in der Lage, die Menschen weltweit mit Medikamenten zu versorgen? Und welche Rolle spielen dabei Novartis und Roche? Was können wir hier in Basel tun, damit die globale Pharma solidarischer und inklusiver wird? Damit dringend benötigte Medikamente auch entwickelt und hergestellt werden? Haben die Menschen in Basel politische Handlungsmacht? Wer sollte in die Entscheidungsfindung einbezogen werden? 

Im Austausch mit vielen nationalen und internationalen Expert*innen werden die Zuschauer*innen nach und nach in die Rolle von Entscheidungsträger*innen schlüpfen, selbst Verantwortung übernehmen, ihr Erfahrungswissen mobilisieren und nach kreativen Lösungen für scheinbar unveränderliche Umstände suchen. 

Nach vier Tagen intensiver Sitzungen und Brainstormings endet der People’s Council am 13. Dezember mit einer grossen, künstlerischen Aktion mit allen Beteiligten und Publikum. Was wir erarbeitet haben, wird öffentlich geteilt, eingefordert und gefeiert! Mit Musik, vielen Gesprächen und der Wertschätzung all dessen, was entstanden ist und sich in die Zukunft weiterträgt.

Der People’s Council entstand aus dem Bestreben einer Gruppe von Aktivist*innen – der #EmptyChairs Campaign –, ein Gegenmodell zum bestehenden, staatszentrierten und stark polarisierten UN-System zu schaffen. Ihre Idee und dieser Rat werden nun auf der Bühne als künstlerisch-aktivistisches Experiment mit dem Publikum Wirklichkeit.

Mit der Initiative Pharma für alle, public eye und vielen anderen Expert*innen.

Tischgespräche vor der Performance am 11.12. um 19:15, Rossstall 2

antjeschupp.de

Credits

Konzept / Regie: Antje Schupp

Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy

Ausstattung: Christoph Rufer

Technische Leitung: Thomi Kohler

Produktionsleitung: DasTheaterKolleg

Produktion: born2perform in Koproduktion mit Kaserne Basel

Partner: Kampnagel Hamburg, Windybrow Arts Centre Johannesburg, Ballhaus Ost Berlin, Studio Rizoma Palermo

Mit der grosszügigen Unterstützung des Fachausschusses Darstellende Künste BS/BL, Pro Helvetia, Landis & Gyr


Die Idee eines „People’s Council“ geht auf das Manifest der #EmptyChairs Campaign zurück.

Biografie

Antje Schupp ist Regisseurin, Performerin und Autorin. Sie studierte Regie für Theater und Musiktheater an der Bayrischen Theaterakademie in München und Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Cultural und Gender Studies an der Universität Wien. Ihre Praxis ist von der Vielseitigkeit ihrer Produktionen geprägt: sie inszeniert Theater und Musiktheater, kreiert eigene Performances in der Freien Szene, arbeitet häufig in ko-kreativen Arbeitsprozessen auch mit nicht-professionellen Darsteller*innen und sehr gerne site-specific. Sie lehrt an verschiedenen Universitäten in der Schweiz und in Deutschland.

Antje hat umfassende Erfahrung mit unterschiedlichen Techniken der Stückentwicklung. Sie arbeitet häufig mit einem biografischen Ansatz sowie interdisziplinär und kombiniert in ihren Arbeiten verschiedene Stilelemente zu vielschichtigen, teils dokumentarischen, teils fiktionalen Erzählungen. Vielseitigkeit, Experimentierfreude, Ko-Kreation und die Interaktion mit dem Publikum stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Sie inszenierte unter anderem am Theater Basel, Schauspielhaus Zürich, Theater am Neumarkt, Kaserne Basel, Konzert Theater Bern, Schauspielhaus Wien, Burgtheater Wien oder Staatstheater Augsburg, ihre Projekte wurden zu Festivals wie Theaterspektakel Zürich, Politik im Freien Theater, Berliner Theatertreffen „Shifting Perspectives“, Antigel Genf, Impulse Theater Festival oder zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. Antje Schupp arbeitet regelmäßig in internationalen Kollaborationen, z.B. in Südafrika für PINK MON€Y, im Libanon für Nouvelle Nahda, im Kosovo für LOVE.STATE.KOSOVO oder in Brasilien für Corpo.Cidade.Politica.______

Sie inszenierte Opernproduktionen von Mozart, Massenet, Vivaldi und Menotti sowie verschiedene Werke des zeitgenössischen Musiktheaters, darunter 2023 die Europapremiere der renommierten Oper Angel’s Bone von Du Yun und Royce Vavrek, die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Antje Schupp ist Gewinnerin des Festspielpreises der Zürcher Festspiele 2020 – verbunden mit der spartenübergreifenden Premiere des Filmessays REVUE 2020 in Koproduktion mit dem Opernhaus Zürich und dem Schauspielhaus Zürich. 2021 erhielt sie den Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis für Darstellende Künste für ihr Projekt „Die Mutige Mehrheit“ sowie den Schweizer Preis für Darstellende Künste 2021 des Bundesamts für Kultur.

Tischgespräche

Gemeinsam mit Art of Intervention holen wir die Tischgespräche zurück in die Kaserne Basel! Einmal im Monat treffen wir uns bereits um 19:15 Uhr an der Bar und stimmen uns in entspannter Atmosphäre auf den bevorstehenden Theater- oder Tanzabend ein.

Im dialogischen Gespräch mit eingeladenen Gästen werfen wir einen queerfeministischen Blick auf einen Aspekt der jeweiligen Inszenierung. Und nach der Vorstellung öffnen wir den Raum erneut für einen kurzen Austausch: Eindrücke teilen, Gedanken weiterspinnen, Perspektiven verschieben.

Komm vorbei, lass dich anregen und diskutiere mit!

https://theartofintervention.blog/

Content Notes

Zurzeit gibt es keine spezifischen Hinweise auf Inhalte, über die wir oder die Künstler*innen das Publikum informieren möchten. Solltet ihr spezifische Fragen zu Content Notes haben, steht der Abenddienst am Abend der Vorstellung zur Verfügung.

Was sind Content Notes

(c) Gregor Brändli
(c) Gregor Brändli