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Dagmar Herzog ist US-amerikanische Historikerin und Professorin für Geschichte an der City University of New York. Sie forscht zur Geschichte von Sexualität und Gender, zu Religion und Theologie in der Moderne – und zu den Verbindungen zwischen Sexualmoral, Faschismus und Gewalt.
In ihrem Buch Der neue faschistische Körper untersucht Herzog den Erfolg von Rassismus, wenn er erotisch aufgeladen ist und Migration als sexuelle Bedrohung für Frauen darstellt. Der neue faschistische Körper analysiert, wie rechtsextreme Bewegungen in Vergangenheit und Gegenwart sexuell drohende oder verführerisch-anregende Bilder nutzen, um ihren Rassismus zu vermarkten und zugleich Verachtung gegenüber Menschen mit Behinderung zu schüren.
Neben diesem «sexy Rassismus», so Herzog, ist eine obsessive Behindertenfeindlichkeit elementarer Grundbaustein des AfD-Programms – das auch die Nazi-Strategie der Entmenschlichung «anderer» Körper wachruft. Besonderes Augenmerk richtet Herzog ausserdem auf das Vergnügen an der Instabilität der Wahrheit und den Spass an forcierter Widersprüchlichkeit, die allesamt den Aufstieg der Rechten beflügelt haben.
In ihrer Forschung versucht Herzog faschistische Körperlogik sowie aktuelle rassistische Bildstrategien zu begreifen, um den Faschismus in seiner heutigen Erscheinungsform zu verstehen.
«Im Kopf von …» ist eine Gesprächs- und Denkreihe vom Werkraum Schöpflin und der Kaserne Basel. Sie lädt Denker*innen unserer Zeit ein, die uns mitnehmen in ihre Gedankengebäude – in ihre Recherchen, Zweifel, Analysen und Hoffnungen. Gemeinsam fragen wir, wie wir in einer krisengeschüttelten Welt nicht nur standhalten, sondern uns grenzüberschreitend solidarisch und widerständig positionieren!