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Dagmar Herzog ist US-amerikanische Historikerin und Professorin für Geschichte am Graduate Center der City University of New York. Sie forscht zur Geschichte von Sexualität und Gender, zu Holocaust-Erinnerung und jüdisch-christlichen Beziehungen in der Moderne – und zu den Verbindungen zwischen Sexualmoral, Faschismus und Gewalt.
Welche neuen Erkenntnisse über die libidinöse Anziehungskraft diverser Faschismen gewinnen wir, wenn wir Sexualpolitik und Behindertenpolitik gemeinsam betrachten? Und wie hängen das Versprechen transgressiver Lust mit eugenischen Phantasmen und tödlicher Boshaftigkeit gegenüber Unvollkommenheit zusammen? Dagmar Herzogs Buch Der neue faschistische Körper befasst sich mit den komplexen Wechselwirkungen zwischen den Vergangenheiten der 1890er bis 1930er Jahre und unserer postmodernen Gegenwart der 2020er, wobei ein besonderes Augenmerk nicht nur auf den «sexy Rassismus» und die obsessive Behindertenfeindlichkeit, sondern auch auf das Vergnügen an forcierter Widersprüchlichkeit gerichtet wird, die allesamt den Aufstieg der AfD beflügelt haben.
In ihrer Forschung analysiert Herzog faschistische Körperlogiken sowie visuelle Strategien, die zugleich rassistisch und verführerisch-erregend sind, um die Wirkungsweise des heutigen Rechtsextremismus zu verstehen.
«Im Kopf von …» ist eine Gesprächs- und Denkreihe vom Werkraum Schöpflin und der Kaserne Basel. Sie lädt Denker*innen unserer Zeit ein, die uns mitnehmen in ihre Gedankengebäude – in ihre Recherchen, Zweifel, Analysen und Hoffnungen. Gemeinsam fragen wir, wie wir in einer krisengeschüttelten Welt nicht nur standhalten, sondern uns grenzüberschreitend solidarisch und widerständig positionieren!