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Puppen sind da, um betrachtet zu werden. Doch was passiert, wenn sie anfangen, sich zu bewegen? Können sie tanzen?
SYNTHETIC / Artefact ist eine Choreografie über die Figur der Puppe in der Geschichte des europäischen Balletts und Theaters sowie in afrikanischen und asiatischen Tanzformen.
Wir finden uns in einer fernen Zukunft wieder: Die Landschaften sind prächtig und zugleich verwüstet. In dieser Welt begegnen wir Puppen. Über Kulturen und Jahrhunderte hinweg wurden sie geschaffen, um betrachtet zu werden – reglos und dem Blick ausgesetzt. Das Stück beginnt in dem Moment, in dem sie sich zu bewegen beginnen.
Zwischen Realismus und Künstlichkeit, Archiv und Spekulation richtet SYNTHETIC / Artefact den Blick auf Körper, die sich weigern, als Objekte wahrgenommen zu werden, und fängt ihre besondere Schönheit ein.
Nach der Premiere an der Gessnerallee kommt Tiran Willemse, Tänzer und Choreograf aus Südafrika und in Zürich lebend, erstmals mit einem beeindruckenden Ensemble in die Kaserne. Mit dabei sind Davide-Christelle Sanvee, die hier bereits ihre Arbeit Who’s Afraid gezeigt hat, Élie Autin, Ophelia Young, die zuvor als LAB Artist im Kaserne LAB aktiv war, und Elisabeth Mulenga.
Dauer: 105 Minuten, inklusive 15 Minuten Pause nach 45 Minuten
Sensory Notes: Einsatz von stroboskopartigen Blitz-Effekten. In wenigen Szenen potenziell blendendes, oranges Licht; Einsatz lauter, rhythmischer, elektronischer Musik mit vibrierenden Bässen.
Einführung 15 Minuten vor Beginn am 17.10.
https://tiranwillemse.com/
Tiran Willemse: Exercises in Bodily Liberation by Donasia Tillery - Mousse Magazine > hier lesen
Biografie
Tiran Willemse ist ein interdisziplinärer, kollaborativer Künstler, der in den Bereichen Tanz, Theater, Video und Performance mit Trajal Harrell, Jerome Bel, Ligia Lewis, Wu-Tsang (moved by the motion), Deborah Hay, Eszter Salamon, Meg Stuart und Andros Zins-Browne zusammenarbeitet. Willemses Arbeit konzentriert sich auf die Auseinandersetzung mit Präsenz und Abwesenheit in der Inszenierung von Identität, er ist bestrebt, durch eine viszerale Erfahrung neue Sehnsüchte in der Vorstellungskraft zu wecken. Seine Arbeiten wurden im Palais de Tokyo Paris, im Musée cantonal des Beaux-Arts Lausanne, im Museum Macro Rom, bei Impulstanz Wien, beim Santarcangelo Festival in Italien, im Kunsthaus Baselland, im Tanzquartier Wien, im Swiss Institute New York und im Arsenic Lausanne präsentiert. Willemse gewann den Schweizer Performance-Preis 2023 und lebt und arbeitet in Zürich.
Credits
Concept, Choreography & Performance Tiran Willemse
Ensemble Davide-Christelle Sanvee, Élie Autin, Ophelia Young, Elizabeth Mulenga
Music Tobias Koch
Choreographic Advice Laurent Chétouane
Dramaturgy Andros Zins-Browne
Light Design Ryoya Fudetani Light Technician Max Windisch-Spoerk
Styling Consultant Alice Lushima
Text Théo Casciani Video Documentation Jannis Davi
Production Kelly Tuke, TW Verein, Zürich
Tour Manager Benjamin Fischer
Funded by Stadt Zürich, Kanton Zürich, Pro Helvetia, Schweizerische Interpretenstiftung SIS, Landis & Gyr Stiftung, Ernst Göhner Stiftung
Co-produced by Gessnerallee Zürich, in partnership with RESO: Arsenic Lausanne, Kaserne Basel, Pavillon ADC Genève, Comédie de Genève. International Co Producers: Tanzquartier Wien
Content Notes
Content Notes: Aneignung rassistischer Stereotype (Minstrel-Show-Ästhetik, tierähnliche Laute, Grimassen); Tänzerische Auseinandersetzung mit der Figur der Puppe in indigenen Ritualpraktiken sowie im Kontext der historischen Moderne; Darstellung repetitiver, ruckartiger und unwillkürlich anmutender Bewegungen, die körperliche Behinderungen evozieren können (Cripping Up); Gestik, Mimik und Bewegungsmaterial zur Darstellung veränderter Bewusstseinszustände
Licht: Einsatz von stroboskopartigen Blitz-Effekten. In wenigen Szenen potenziell blendendes, oranges Licht. Es gibt einen etwa einminütigen Blackout während des Stücks. Das Stück endet mit einem abrupten Blackout.
Sound: Einsatz lauter, rhythmischer, elektronischer Musik mit vibrierenden Bässen. Einige Teile der Performance sind sehr still. Die Performer*innen rufen in mehreren Szenen in den Raum, in einzelnen Szenen auch in Richtung des Publikums.