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Land, Sorge, Widerstand – feministische Perspektiven aufs Ernährungssystem
Ernährungssysteme sind keine neutralen Versorgungsstrukturen, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse: geprägt von Eigentum, Geschlecht, Arbeit und dem Zugriff auf Ressourcen. Der feministische Salon widmet sich der Rolle von FLINTA*-Personen in der Transformation von Landwirtschaft und Ernährungssystemen und fragt danach, welche Formen von Sorge, Gemeinschaft und Widerstand aus queer-feministischen Praxen hervorgehen.
In Projekten wie solidarischer Landwirtschaft, Lebensmittelkooperativen oder gemeinschaftlich organisierten Betrieben entstehen alternative Modelle des Produzieren und Versorgens, die patriarchale, kapitalistische und heteronormative Logiken infrage stellen. Der Abend verhandelt Ernährungssysteme als Orte politischer Auseinandersetzung und Transformation – zwischen Sorgearbeit und Ausbeutung, zwischen Unsichtbarmachung und Selbstorganisation, hin zur Erhaltung des Allergrundlegendsten.
Wenn ihr euch kein Ticket leisten könnt, meldet euch gerne unter info@feministischersalon.ch
Gäst*innen
Katharina Schatton: Nach einem Praktikum im kleinstrukturierten Gemüsebau, einem Master in Nachhaltiger Entwicklung und zwei Jahren als politische Sekretärin bei der Bäuerinnen- und Bauernorganisation Uniterre ist Katharina Schatton aktuell wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Lausanne. Dort beschäftigt sie sich mit Fragen zu territorialer Agrarökologie und zur Anpassung extensiver Weidewirtschaft an den Klimawandel. Bei Uniterre koordiniert neu das Betriebscoachingprojekt für die Romandie, das den Wissensaustausch zwischen Bäuerinnen und Bauern fördert.
Mara Bonato ist ausgebildete Gemüsegärtner:in und arbeitet bei der Gemüsekooperative plankton in Basel in der Co-Leitung. Maras Arbeitsalltag bewegt sich zwischen Gemüsebau, gemeinschaftlicher Organisation und der Frage, wie Landwirtschaft heute gestaltet werden kann.
Besonders beschäftigt Mara die Suche nach queeren Perspektiven und Lebensweisen in der Landwirtschaft. Wie können sich Organisationsformen jenseits heteronormativer und hierarchischer Strukturen gestalten, und welche Formen von Zusammenarbeit, Fürsorge und Zusammenleben werden dadurch möglich.
Bettina Stampfli ist in Biel/Bienne aufgewachsen, hat als junge Erwachsene Erfahrungen in der Lebensmittelindustrie gesammelt und anschliessend Umweltingenieurin mit Vertiefung biologische Landwirtschaft studiert. Sie arbeitet aktuell in der Solawi Radiesli als Landwirtin und lebt in Bern in einer WG.
Michelle Furrer: Die 36jährige Gemüsegärtnerin kam erst über Umwege vor ca 6 Jahren in die Landwirtschaft. Aufgewachsen ist sie zwar im ländlichen Emmental und als Kind verbrachte sie viel Zeit auf den umliegenden Bauernhöfen. Es zog sie dann jedoch in die Stadt, wo sie Sozialpädagogik studierte und mehrere Jahre in der Betreuung von Menschen mit Behinderungen arbeitete. Als junge Mutter von zwei Kindern orientierte sie sich neu und fand ihre Leidenschaft für die Landwirtschaft. Seit Abschluss ihrer Lehre als Gemüsegärtnerin arbeitet sie bei der Solawi „radiesli“ in Worb. Queer-feministische Themen beschäftigen Michelle schon lange. Ihre Erfahrungen als getrennterziehende Mutter und Gemüsegärtnerin prägen ihre Perspektive auf Ernährungssysteme.
feministischer salon basel
Einmal im Monat werden intellektuelle, provokative, politische, lustige, radikale, rassismuskritische, affektive und nachdenkliche Abende zu queer_feministischen Themen veranstaltet. Der Salon ist Treffpunkt und Versammlungsort für aktuelle Fragen und Themen, oftmals in Anknüpfung und immer als Bereicherung des feministischen Programms in der Kaserne Basel. Die Reihe wird kuratiert von Katha Baur, Caroline Faust, Franca Schaad und Franziska Schutzbach.
Von und mit
Katha Baur, Caroline Faust, Franca Schaad und Franziska Schutzbach
Koproduktion
Kaserne Basel